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15. Mai 2026    |     Hendrik Meyer

Dixieland-Finale: Jazz, Protest und eine Party, die offiziell nicht stattfindet

54. INTERNATIONALES DIXIELAND FESTIVAL Dresden geht von Freitag bis Sonntag in die Schlussrunde

Das 54. INTERNATIONALE DIXIELAND FESTIVAL Dresden steuert auf sein Finale zu. Drei Tage stehen noch auf dem Programm. Drei Tage, die es in sich haben. Von Freitag, 15. Mai, bis Sonntag, 17. Mai 2026, prägt Traditional Jazz das Gesicht der Stadt: Spitzenkonzerte in der Festung Dresden, die große Dresdner Jazzmeile mit sieben Bühnen, eine Prohibitionsparty im Stil der Roaring Twenties und am Sonntag ein musikalischer Protest, der zeigt, dass Dresden ohne Dixieland Festival nicht Dresden ist.

Freitag: Festung, Riverboat und sieben Bühnen

Der Freitagabend verteilt sich auf mehrere Spielorte. Die „Riverboat-Sonderfahrt" (19.30 Uhr) gibt all jenen eine zweite Chance, die den „Riverboat-Shuffle" am Mittwoch verpasst haben. Im Löwensaal stehen Baby Jools & The Jazzaholics aus Großbritannien und Simon Holliday & His Rhythm in „Das Große Konzert" (19.30 Uhr) auf der Bühne. Wer es lieber urig mag: „Hot Jazz in der Festung" (19.30 Uhr) bespielt in diesem Jahr erstmals alle drei Säle der Festung Dresden. Bärenzwinger, Kasematten und Kanonenhof füllen sich mit Boogie-Woogie, Dixieland und Brassbands.

Ebenfalls ab Freitag läuft die komplette „Dresdner Jazzmeile". Sieben Bühnen vom Hauptbahnhof bis zum Schlossplatz. Einen besonderen Platz nimmt die Open Stage des MDR Sachsen am Hotel Königstein ein: Hier stellen sich Amateur- und Profi-Bands, die nicht zum offiziellen Festival-Line-up gehören, dem Dresdner Publikum vor. Moderiert wird die Bühne von MDR-Moderator Silvio Zschage.

Samstag: Sieben Bühnen und eine Party, die keiner gesehen hat

Am Samstag läuft die „Dresdner Jazzmeile" ab 11 Uhr mit sieben Bühnen auf vollen Touren. Der Abend gehört der „Prohibitionsparty" im Parkhotel Dresden. Beginn ist 20 Uhr, Tickets sind noch an der Abendkasse erhältlich.

Rein kommt nur, wer mitspielt. Wer die „Prohibitionsparty" besuchen will, trägt Flapper-Girl-Look oder Gentleman-Look der 1920er Jahre und bringt seine persönliche Porzellantasse mit. Das Speakeasy-Prinzip gilt: Offiziell findet dieser Abend nicht statt. Drinnen: Jazz, Swing, Glanz und die Lebenslust der Roaring Twenties, die man eigentlich schon längst verboten hatte.

Sonntag: Gala, Jazzmeile und Finale mit Dixieland als Protest

Die „Open-Air-Gala" in der Jungen Garde (Warm-up 10.30 Uhr, Beginn 11 Uhr) bündelt die besten Bands und Solisten des Festivals an einem Ort. Unter Kennern gilt sie als musikalisches Komprimat der gesamten Festivalwoche. Parallel dazu findet in der Innenstadt die „Dresdner Jazzmeile" statt.

Zur Parade

Die Dixieland-Parade am Sonntagnachmittag wurde abgesagt, weil die Sächsische Festival Vereinigung e. V. eine kurzfristige Sicherheitsauflage der Stadt Dresden nicht mehr umsetzen konnte. Wer deshalb auf einen Besuch verzichtet hat, sollte umplanen. Denn zur gewohnten Zeit, am gewohnten Ort, wird es eine angemeldete Versammlung geben. Unter dem Motto „Dixieland jetzt erst recht" bringen die angereisten Bands ihren Unmut über die Absage mit dem einzigen Mittel zum Ausdruck, das sie haben: Musik. Laut, direkt und unüberhörbar.

Tickets

Karten für die „Prohibitionsparty", die „Riverboat-Sonderfahrt" und weitere Veranstaltungen des Wochenendes sind im Online-Vorverkauf sowie an den jeweiligen Tages- und Abendkassen erhältlich.