Pressemeldung
54. NTERNATIONALES DIXIELAND FESTIVAL 2026
350.000 Besucher erwartet, 276 Stunden Musik, ein Gücksfall, der mit einer Absage beginnt
Dresden wird wieder Welthauptstadt des Dixieland
Das 54. Internationale Dixieland Festival bringt 44 Bands und Solisten aus 8 Ländern in die sächsische Landeshauptstadt, vier neue Veranstaltungsformate und ein Line-up, das die Verjüngung des weltweit größten Traditional-Jazz-Festivals eindrucksvoll belegt.
Acht Tage lang, vom 10. bis zum 17. Mai 2026, verwandelt sich Dresden wieder in die Hauptstadt des Dixieland. Das 54. Internationale Dixieland Festival, weltweit größtes und ältestes Festival für Traditional Jazz, bringt 44 Bands und Solisten aus 8 Ländern in die Stadt. Bei gutem Wetter werden bis zu über 350.000 Besucher erwartet. 51 Veranstaltungen stehen auf dem Programm, 12 davon eintrittsfrei. Über 270 Stunden Live-Musik, verteilt auf 60 Spielorte in der Dresdner Innenstadt und im Stadtgebiet, sprechen für sich.
Vier neue Formate, ein klares Signal
Das Festival verjüngt sich. Dieser Satz ist in der Kulturbranche oft eine Behauptung. In Dresden ist er in diesem Jahr belegbar. Gleich vier neue Veranstaltungsformate erweitern das Programm und richten sich an ein Publikum, das Tradition schätzt, aber keine museale Aufbereitung braucht.
Erstmals bespielt das Festival alle drei Räume der Dresdner Festungsanlage: Im Kanonenhof, in den Kasematten und im Bärenzwinger spielen fünf Bands und Solisten unter dem Titel „Hot Jazz in der Festung“ (12. Mai, 39 Euro/ ermäßigt 22 Euro). Alte Gewölbe, neuer Sound. Das Konzept funktioniert, weil es genau diese Spannung zwischen historischer Architektur und lebendiger Musik erzeugt, die kein Konzertsaal replizieren kann.
Der „Late Night Boogie“ im Tresor Dresden (15. Mai) ist das exklusivste Format der Festivalgeschichte: 100 Plätze, nicht mehr. Im Untergeschoss des Löwensaals spielen Dan Popek und Niels von der Leyen in einem Rahmen, der das Wort Clubkonzert wörtlich nimmt.
Die „Prohibitionsparty – Circus of Swing“ im Parkhotel Dresden (16. Mai, 20 Uhr) holt das Speakeasy-Feeling der Roaring Twenties in ein Gesamterlebnis aus Live-Jazz, Burlesque, Retro-Dance-Battle und Electroswing. Tickets: 49 Euro zuzüglich Vorverkaufsgebühr. Dresscode: 1920er Jahre, Zugang nur mit Porzellantasse. Und die „Diksi Disko“ im Bautzner Tor (ab 22 Uhr) zielt direkt auf ein jüngeres Publikum, das zwischen Kneipenatmosphäre und Ausnahmezustand sucht: kein Plan, kein Stillstand, keine halben Sachen. Einfach tanzen.
Die schönste Geschichte dieser Festivalausgabe beginnt mit einer Absage
Ladyva, die Schweizer Boogie-Woogie-Pianistin, hat ihr Engagement aus gesundheitlichen Gründen absagen müssen. Was in vielen Festivalprogrammen eine schmerzliche Lücke hinterlassen hätte, wurde in Dresden zur Bühne für einen der spannendsten Pianisten der Szene: Dan Popek übernimmt ihre Konzerte. Popek ist dem Dresdner Publikum kein Unbekannter. Er erhielt 2019 den Förderpreis des Festivals, trat damals vor über 3.000 Zuschauern unter anderem in der Freilichtbühne „Junge Garde“ auf und wurde seither international als „Mozart des Boogie Woogie“ gehandelt. Seine Bandbreite reicht von Boogie und Blues bis zur Klassik, sein Entertainmentfaktor ist hoch, sein Virtuosentum unbestritten. Dass er nun drei Auftritte beim 54. Festival übernimmt, darunter das Solokonzert „Im Konzert: Dan Popek“ sowie den „Late Night Boogie“, ist kein Notbehelf. Es ist eine glückliche Fügung.
Das Line-up: Junge Wilde und Alte Hasen
Hendrik Meyer, Pressesprecher des Festivals, beschreibt die Programmatik so: „Das Festival hat sich in den letzten Jahren konsequent verjüngt, ohne seine Wurzeln zu verleugnen. Wir haben junge Bands, die auf international höchstem Niveau spielen, absolut stilsicher im Traditional Jazz sind, eigene Kompositionen mitbringen und dabei einen Entertainmentfaktor haben, der auch ein erfahrenes und kritisches Dresdner Publikum überzeugt. Das ist kein Kompromiss. Das ist die Zukunft dieser Musik.“
Kronzeugen für diese These sind vor allem die Mama Shakers aus Frankreich. Die Band um die Sängerin und Trompeterin Angela Strandberg, gegründet in Paris aus der Liebe zum wilden, frühen Jazz der Roaring Twenties, war bei ihrem Festivaldebüt 2024 spontan zum Publikumsliebling geworden. Ihre Mischung aus tanzbaren Titeln der 1920er und 1930er Jahre, eigenen Kompositionen, virtuoser und unverstellter Spielfreude ist genau das, wovon Strandberg und ihre Mitmusiker erzählen: dass Traditional Jazz keine Museumsaufgabe ist, sondern eine Lebensentscheidung. Beim Nachwuchswettbewerb des Jazzfestivals in Megève 2017 gewannen sie den ersten Preis der Jury und wurden vom Publikum zur beliebtesten Band unter 20 europäischen Formationen gewählt.
Baby Jools & The Jazzaholics aus Großbritannien stehen für die andere Seite dieser Gleichung. Bandleader Julyan „Baby Jools“ Aldridge, von Max Collie in Anspielung auf den Drummer „Baby“ Dodds getauft, hat zwei Jahrzehnte mit britischen Jazzlegenden wie Kenny Ball, Chris Barber und Max Collie auf Tournee verbracht, bevor er 2012 sein eigenes All-Star-Ensemble gründete. Das Repertoire reicht von King Oliver und Louis Armstrong bis zu Parade-Tunes im Brass-Band-Stil. „The Jazz Review“ bezeichnete die Band als „undoubtedly the best jazz band around today.“ Beim Großen Konzert des Dixieland-Festivals treten Baby Jools & The Jazzaholics gemeinsam mit Simon Holliday & his Rhythm auf, einer der profiliertesten Swing-Formationen Deutschlands.
Die Jazzmeile kehrt zurück, mit sieben Bühnen
In diesem Jahr kann die Dresdner Jazzmeile, das kostenfreie Herzstück des Festivals, wie geplant mit sieben Bühnen stattfinden, darunter die Hauptbühne Schlossplatz, Taschenberg/Piazza, der Brassband-Point Neumarkt, die Bühne am Hotel Lilienstein, die Open Stage am Hotel Königstein, die Bühne am Hotel Newa und eine Bühne im Hauptbahnhof. Die Sicherheitssperren, zusätzliche Verkehrszeichen und das Security-Personal an den Zufahrten kosten den Verein in diesem Jahr rund 11.900 Euro, während die Stadt die Absperrmaterialien kostenfrei bereitstellt. 2025 musste die Jazzmeile aufgrund von Sicherheitsauflagen auf drei Bühnen an der Prager Straße reduziert werden. Das hat den Festival-Verein mit mehr als 60.000 Euro Mehrkosten belastet.
Dass der Feiertag Christi Himmelfahrt auf Donnerstag, den 14. Mai fällt, bringt einen zusätzlichen Vorteil: Die Jazzmeile öffnet damit bereits am Donnerstag auf dem Schlossplatz, an Taschenberg/Piazza und am Brassband-Point Neumarkt. Ein Festivaldonnerstagsabend mit kostenfreier Musik in der Dresdner Altstadt ist ein Angebot, das sich nicht wiederholen lässt.
Ebenfalls wieder im Programm: eine zweite Open Stage (Freitag bis Sonntag) auf der MDR-Bühne, moderiert von Silvio Zschage, nach dem Erfolg dieser Neuerung im Vorjahr. Bewährt und wieder dabei: die deutsch-tschechische Bühne am Samstag an der Bühne am Hotel Newa, moderiert vom tschechischen Radiomoderator Petr Kumpfe, eine kulturelle Brücke zum Nachbarland, die seit einigen Jahren fester Bestandteil des Programms ist.
Festival und Stadt: ein Potenzial, das sich lohnt
Das INTERNATIONALE DIXIELAND FESTIVALgehört zu den besucherstärksten Kulturveranstaltungen Deutschlands. Es findet seit 54 Jahren ohne Unterbrechung statt, hat mehr als 1.000 Bands aus 46 Ländern auf Dresdner Bühnen erlebt und zieht Gäste aus ganz Europa und darüber hinaus an. Wer in der zweiten Maiwoche in Dresden ein Hotel bucht, kommt wegen des Festivals. Was das für Hotellerie, Gastronomie, Handel und den städtischen Nahverkehr bedeutet, belegen die Besucherzahlen eindrücklich.
Ein Festival, das seit über fünf Jahrzehnten verlässlich stattfindet, internationale Aufmerksamkeit erzeugt und das Bild der Musikstadt Dresden weltweit mitprägt, ist auch ein Instrument der Stadtvermarktung. Dieses Potenzial soll in Zukunft weiter ausgeschöpft werden. Mehr Besucher bedeuten mehr Umsatz, mehr Übernachtungen, mehr internationale Sichtbarkeit für Dresden. Das Festival liefert die Bühne, die Stadt den Rahmen. Beides zusammen ist mehr wert als die Summe seiner Teile.
Tickets und Informationen
Tickets sind erhältlich von 7,50 Euro (Kinder-/Betreuerkarte für „Dixieland-ABC für Kinder“) bis 69 Euro (Riverboat-Fahrten, Sitzplatz am Tisch in den Salons der Salonschiffe).
Das Total-Paket (sechs Veranstaltungen) kostet 123 Euro statt 181 Euro im Einzelkauf (ermäßigt: 99 Euro statt 147 Euro). Das Wochenend-Paket (drei Veranstaltungen) ist für 89 Euro erhältlich (ermäßigt: 77 Euro). Das
Dixie-Flex-Paket bietet 20 Prozent Rabatt auf eine freie Auswahl von vier bis acht Veranstaltungen.
Das Festival hält die Preise bewusst auf einem erreichbaren Niveau, damit Besucher nicht nur einmal, sondern mehrfach in der Festivalwoche ins Konzert gehen können.
Ticketkauf:
online auf www.dixielandfestival-dresden.com,
telefonisch unter 0351 27 18 71 55 (Montag bis Freitag, 9 bis 17 Uhr)
sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen.
Vollständiges Programm und alle Infos: www.dixielandfestival-dresden.com
Über das 54. Internationale Dixieland Festival Dresden
Das Internationale Dixieland Festival Dresden ist das weltweit älteste und größte Festival für Traditional Jazz. Es wurde 1971 im Kulturpalast Dresden von Karlheinz „Dr. Jazz“ Drechsel, Joachim Schlese und Erich Knebel gegründet. Seit seiner ersten Ausgabe traten über 1.000 Bands aus 46 Ländern von 6 Kontinenten auf den Dresdner Bühnen auf, mehr als 10.000 Künstler insgesamt. Das Festival verzeichnet seit seiner Gründung über 7 Millionen Besucher. Pro Ausgabe kommen, je nach Wetter, zwischen 300.000 und teils über 400.000 Fans nach Dresden.
Das Programm spricht alle an: Kinder, Familien, Menschen mit Handicap, Konzertgänger und alle, die einfach durch eine klingende Stadt schlendern wollen. Knapp die Hälfte aller Veranstaltungen ist eintrittsfrei. Weltweit einmalig ist die Riverboat-Shuffle auf den historischen Schaufelraddampfern der Weißen Flotte Sachsen. Die legendäre Dixieland-Parade am letzten Festivaltag durch die Dresdner Innenstadt vereint nahezu alle teilnehmenden Bands zum großen Finale. Das Festival findet alljährlich Mitte Mai statt.